Eine der ältesten Karnevalsgesellschaften im Rheinland

Geschichte der GKKG
Den Brauch, Karneval zu feiern, finden wir schon seit Jahrhunderten. "In unserem näheren Raum berichtete Caesarius von Heisterbach in seinen um 1225 entstandenen Aufzeichnungen "Miraculum" darüber", so unser damaliger Vizepräsident Dr. Paul A. Memmesheimer in seiner Festrede zum 125-jährigen Jubiläum. Als es der Mode des 19. Jahrhunderts entsprach, Vereine zu gründen - heute würde man Lobby dazu sagen -, wurde 1860 die "Carnevalsgesellschaft in Königswinter" gegründet, und zwar durch die Herren F. Bachem als Präsident und J. Spindler als Vizepräsident.

Über das 25-jährige Jubiläum unserer Gesellschaft haben wir nur spärliches Material. Das "Echo des Siebengebirges" berichtet über die Teilnahme an einem Festzug.
Am 4. Februar 1885 gab es eine "Gala-Damensitzung in größten Saal der Stadt", beim "Ring'se Stina" (heute abgerissen) und am 17. Februar 1885 fand um 11.11 Uhr eine "Große Härings-Jagd" in der "Bockhalle" (heute Hotel Krone) statt.

Sechs Jahre später eine Namensänderung: Seit 1891 heißen wir "Königswinterer Carnevals Gesellschaft".
Präsident, Vizepräsident, Literat, Protokollarius und Säckelmeister bildeten den kleinen Rat, heute Vorstand. Sechs weitere Mitglieder kamen hinzu, und.... fertig war der Elferrat.

Jahrhundert-Karte
Jahrhundert-Karte
Tatsächlich? Es gibt noch eine Eintrittskarte von 1900, die sog. "Jahrhundertkarte", auf der die Jahreszahl 1857 eingedruckt ist. Das eigentliche Gründungsjahr vielleicht? Dass wir die älteste Karnevalsgesellschaft im hiesigen Raum sind, ist klar. Aber selbst in der Hochburg Köln wären wir die viertälteste Gesellschaft.

Bis zum Ausbruch des 1. Weltkrieges spielte die närrische Zeit eine große Rolle, und damit auch unsere Gesellschaft. Nach dem Krieg erhielt die Gesellschaft ein neues Etikett: "Kur-Kölsche-Königswinterer-Karnevalisten" (KKKK). Diese anspruchsvolle Bezeichnung wurde jedoch bereits 1930 abgelöst durch die alte Bezeichnung, jedoch mit dem Zusatz "Große" und das Gründungsjahr.

Willi Vogel hieß der erste Präsident der "Großen Königswinterer Karnevalsgesellschaft von 1860". Er gründete wieder ein Damenkomitee, das zu Weiberfastnacht 1931 erstmalig einen Damenkaffeeklatsch veranstaltete. Und eben dieses Damenkomitee verwandelte sich in die "Sonnigen Rheinländerinnen".

Im Jahr 1935 feierte die "GKKG von 1860" ihr 75-jähriges Bestehen mit einer festlichen Prunksitzung im Königswinterer Hof. Die folgenden Jahre verliefen harmonisch bis...

Karte zum Prinzenball 1939
Ankündigung Prinzenball 1939
...bis 1939 der verheerende 2. Weltkrieg ausbrach. Alle Vergnügungsveranstaltungen wurden untersagt. Nur im Geheimen, ganz privat, konnte man sich im kleinen Kreis treffen, um durch Frohsinn und Erinnerung Kraft zum Durchstehen jener harten Zeit zu finden.

Das erste Aufblühen nach dem Krieg bewirkte wiederum Wilhelm Vogel mit einem bunten Abend, den er ohne Elferrat im Winzerhof leitete. Mit der 1. Galasitzung nach dem Krieg am 19.01.1948 begann die Präsidentschaft von Fritz Bastin, die bis 1957 andauerte. In diese Zeit fällt auch die Einweihung des Ostermann-Denkmals 1949.

Das 100-jährige Bestehen fiel in die Präsidentschaft von Jupp Jöbges, der Jubiläumsprinz mit glänzender Regentschaft war Wilhelm I. (W. Staffel). Der Festzug am 28.02.1960 war eine großartige Huldigung an unsere GKKG. Mit dem Weggang von Jupp Jöbges begann 1969 das große Auf und Ab der GKKG. Bis 1976 wechselten die Präsidenten bzw. die Vorsitzenden, wie sie zeitweilig hießen, fast nach jeder Session. L. Schuchert, E. Krebs, H. Mettelsiefen und P. Bogdanski bemühten sich, Ruhe in die GKKG zu bringen. Von 1976 – 1979 war Franz Jacobi der Vorsitzende der GKKG. 1979 nannte er sich nach einer Satzungsänderung „Präsident“ und blieb dies bis 1985..

Das 125-jährige Jubiläum wurde von unserem Siebengebirgsprinzen Peter I. (Giesen) in unwahrscheinlich humorvoller Art präsentiert. Eigens für den Jubiläumskommers wurde ein neues Bühnenbild angefertigt, das den Marktplatz unserer Altstadt zeigt. Es wird fortan bei fast allen Sitzungen in der Aula benutzt. Bei strahlendem Wetter zog dann am Karnevalssonntag unser Siebengebirgsprinz Peter I. durch die Straßen der Altstadt.

Nach seiner Regentschaft als Siebengebirgsprinz übernahm Peter Giesen das Präsidentenamt, das er bis 1989 verwaltete.

1990 – 1994 folgte ihm Klaus Metternich, der als letzter in der GKKG die Anrede „Präsident“ für sich beanspruchte. 1994 trat er nach einigen Turbulenzen mit seinem gesamten Vorstand zurück, so daß die Gesellschaft schnellstmöglich eine neue Führungsmannschaft aufstellen mußte.

Seitdem führen nur noch Vorsitzende die Karnevalsgesellschaft, denen jeweils ein Geschäftsführer zur Seite steht.
Von 1994 bis 1999 war dies Hermann Theuerkauf, der – nach seinen oft zitierten Worten – „mit fröhlicher Ernsthaftigkeit“ das sturmgebeutelte Narrenschiff in ruhigeres Fahrwasser lenkte. Sein Geschäftsführer Mike Weiser stellte zusammen mit seiner Frau Gabi Weiser 1998 zum ersten Male ein Prinzenpaar der GKKG – das Siebengebirgsprinzenpaar Mike I. und Gabi III.

Vom Jahre 2000 an führte Mike Weiser die Gesellschaft als Vorsitzender. Seine Hauptanliegen waren zum einen die Stärkung der Finanzen, zum anderen die Aufstellung eines eigenen Tanzcorps, der Drachenfelsgarde. Beides gelang ihm mit großem persönlichem Einsatz.

Ihm zur Seite stand als Geschäftsführer Guido Hoffmann, der anläßlich des 150-jährigen Vereinsjubiläums im Jahre 2010 zusammen mit seiner Frau als Guido I. und Nadine I. das Siebengebirgsprinzenpaar der GKKG bildete. Auch Guido Hoffmann übernahm nach seiner Regentschaft als Siebengebirgsprinz das Amt des Vorsitzenden und führt seit 2010 die GKKG bis zum heutigen Tage.

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